Künstliche Intelligenz (KI) eröffnet derzeit fast im Wochenrhythmus neue Möglichkeiten. Mit KI-Agenten, die Sachbearbeitung unterstützen, oder Wissensmanagement mittels KI-Chat-Bots. Insbesondere in Kombination mit Automatisierungen bietet KI den Sozialverwaltungen vielfältige Lösungen an – und das nicht als Zukunftsmusik, denn all das gibt es bereits: KI bietet schon heute Antworten auf die aktuellen Herausforderungen von Sozialverwaltungen wie dem anhaltenden Fachkräftemangel, knappen Haushalten und komplexen Verwaltungsaufgaben. Doch gleichzeitig wird auch viel Hype produziert. Zu unterscheiden, was wirklich hilft, und was heiße Luft ist – dabei soll unser public | learning Ihnen helfen!
Mit unserem public | learning „KI in der Sozialverwaltung: Use Cases aus der Praxis“ bieten wir Ihnen ein rechtskreisübergreifendes Lernlabor an. In zwei jeweils zweitägigen Sessions stellen wir konkrete KI-Anwendungen aus Jobcentern, Jugendämtern und Sozialämtern vor, die sich bereits in der Praxis bewähren. Das Format ist nah am Zahn der Zeit und soll Sie in die Lage versetzen, Weiterentwicklungen und Einkaufsentscheidungen für Ihre (Sozial-)Verwaltung zu treffen.
Wir unterziehen die Tools einem kritischen Faktencheck: Was bietet diese KI? Was sind die Nutzungsmöglichkeiten und Voraussetzungen? Für welche Anwendungsbereiche kann sie hilfreich sein? Wie lässt sich die Nutzung in die Verwaltungsabläufe integrieren? Was ist bei der Implementierung wichtig? Welcher kulturelle Change ist damit verbunden? Wie steht es um Datenschutz- und EU-AI-Act-Konformität? Mit welchen Kosten ist zu rechnen? Zudem prüfen und reflektieren wir den Transfer des Tools in Ihre eigene Organisation: Was ist in Ihr Haus adaptierbar? Für welches Problem bietet diese KI eine Lösung? Wie können Sie sie konkret nutzen? Und was braucht es dafür? Sie erhalten praxisorientierte, konkrete und sofort nutzbare Inhalte rund um das Thema KI und Automatisierung.
Wichtig: Wir sind unabhängig von Anbietern und bewerten Vor- und Nachteile.
Session 1: Grundlagen von KI in der Sozialverwaltung – Funktionsweise, Potentiale, Limitationen
Sie erhalten eine praxisnahe Einführung in die Funktionsweise von heutiger KI-Technologie: Was sind Large Language Models (LLM) und wie funktionieren sie? Was können sie gut, was können sie schlecht und was auch gar nicht? Sie lernen, wie genau ein LLM aus den zugrunde liegenden Daten Texte erzeugt. Nach der Basis-Einführung widmen wir uns verschiedenen Use Cases, für die wir KI in der Sozialverwaltung umsetzen könnten. Sie lernen, wie man Use Cases identifiziert und auf ihre Umsetzbarkeit hin bewertet. Dann sammeln und bewerten wir Einsatzfelder aus Ihren Behörden und unterwerfen ausgewählte Use Cases einem Praxistest live vor Ort mit dem breit einsetzbaren KI-Tool N8N.
Experte: Jonathan Huber, Experte für N8N im Verwaltungskontext
Am zweiten Tag steht die individuelle Anpassung von LLMs im Mittelpunkt. Dabei geht es insbesondere um die Frage, wie organisationseigenes Wissen und vorhandene Dokumente genutzt werden können, um ein LLM gezielt an die Anforderungen der eigenen Verwaltung anzupassen. Außerdem sollen die Limitationen der Technologie betrachtet werden und somit praxisnahe Fragen beantwortet werden: Was kann ein LLM grundsätzlich nicht? Wie entstehen fehlerhafte Antworten? Und welche Methoden helfen dabei, die Ergebnisqualität zu verbessern? Anhand konkreter Praxisbeispiele wird diskutiert, wie KI-gestützte Systeme Fachkräfte im Verwaltungsalltag unterstützen und den Zugang zu Informationen erleichtern können.
Experte (angefragt): F13 KI-Assistenz von der Verwaltung für die Verwaltung
Session 2: KI-gestützte Analyse, Prognose und Automatisierung in der Sozialverwaltung
Fachkräfte in Sozialverwaltungen müssen komplexe Situationen bewerten und Risiken frühzeitig erkennen. Künstliche Intelligenz kann helfen, große Datenmengen schneller auszuwerten, Zusammenhänge sichtbar zu machen und Prognosen zu erstellen. An Tag 1 betrachten wir, wie KI in bestehende Tools und Prozesse integriert werden kann, um bei den genannten Aufgaben zu helfen. Außerdem beschäftigen wir uns mit den regulatorischen Rahmenbedingungen: Wofür können und dürfen wir KI in der Verwaltung einsetzen? Welche Anforderungen stellt der EU AI Act an den Einsatz solcher Systeme? Darüber hinaus wird gezeigt, welche Implikationen der nächste Entwicklungsschritt von klassischen LLMs hin zu KI-Agenten mit sich bringt. In diesem Zusammenhang soll der Frage nachgegangen werden, was es braucht, damit Systeme nicht nur menschenähnliche Texte formulieren, sondern eigenständig Aufgaben ausführen, Informationen verarbeiten und Prozesse unterstützen können.
Experte (angefragt): KI-Tool für Kinderschutz-Warnmeldungen, Jugendamt Breisgau-Hochschwarzwald
Viele Prozesse im Verwaltungshandeln bestehen aus repetitiven Aufgaben. Hier müssen viele Arbeitsschritte sorgfältig und schnell erfolgen, um den Antrag oder das Interesse von Bürger*innen zügig beantworten zu können: Ob Elternbeiträge zu Kitakosten, Wohngeldzahlungen oder veränderte Mietkosten von Bürgergeldempfänger*innen. Die Prüfung der Zuständigkeit, das Anfordern von Unterlagen, mitunter komplexe Einkommensberechnungen und die Bescheiderstellungen sind wiederkehrende Schritte. An Tag 2 unterscheiden wir, welche Use Cases mit Automatisierungs-Technologien, die nicht „KI“ sind, bewältigt werden können: Wie kann ich einen „Digital Worker“ nutzen, der mir repetitive Aufgaben abnimmt? Und wie gehe ich mit Ermessensentscheidungen, Sonderfällen oder finalen Prüfungen um? Und wie kann ein Zusammenspiel aus klassischer Prozessautomation und künstlicher Intelligenz aussehen?
Experten (angefragt): Digital Worker Emma und UI Path, Wohngeldroboter
Alle weiteren Informationen im Überblick
Dieses public | learning besteht aus zwei jeweils zweitägigen Sessions. Sie finden vor Ort in Berlin statt und dauern täglich von 9 bis 16 Uhr.
Session 1
Tag 1: 30. September 2026 | Die Technologie hinter KI verstehen
Tag 2: 1. Oktober 2026 | Möglichkeiten und Limitationen von KI in der Sozialverwaltung
Session 2
Tag 1: 4. November 2026 | KI zur Analyse und Prognose
Tag 2: 5. November 2026 | KI und Automatisierung
Ort
Prenzlauer Allee 237, 10405 Berlin
Zielgruppe
Leitungen von Jobcentern, Jugendämtern und Sozialämtern, kommunale Digitalisierungsbeauftragte und Chief Digital Officers sowie zuständige Fachkräfte aus Organisations- und IT-Ämtern
Dozenten
– Jonathan Huber verfügt über anwendungsbezogene Fachexpertise in den Bereichen generative Künstliche Intelligenz, LLMs und Automatisierung mit besonderem Fokus auf den Einsatz in der öffentlichen Verwaltung. In seiner beruflichen Tätigkeit verbindet er technologische Entwicklungskompetenz mit einem praxisnahen Verständnis für Anforderungen und Herausforderungen der Verwaltungsdigitalisierung.
– Johannes Beger bringt fundierte Erfahrung an der Schnittstelle von Technologie, Gesellschaft und öffentlichem Sektor ist spezialisiert auf digitale Transformationsvorhaben im kommunalen und politiknahen Umfeld. Seine Schwerpunkte liegen in der Entwicklung technologiebezogener Lösungen sowie der verständlichen Aufbereitung komplexer Digitalisierungs- und Innovationsthemen.
Kosten
Die Teilnahmegebühr beträgt 2.200 Euro zzgl. 19 Prozent Mehrwertsteuer je teilnehmende Kommune. Für Tagungsraum, Speisen und Getränke vor Ort erheben wir einen Unkostenbeitrag von 200 Euro zzgl. 19 Prozent Mehrwertsteuer je teilnehmende Person.
50-Prozent-Rabatt für zweiten Teilnehmenden
Sie haben die Möglichkeit eine zweite Person aus Ihrer Kommune zum halben Preis mitzubringen. Lediglich der Unkostenbeitrag fällt in voller Höhe an.
Anmeldeschluss
Anmeldeschluss ist der 30. Juli 2026.